Samstag, 12. August 2017

[Rezension] The Word for World is Forest

Hey Hi Hallo :)
Heute kommt von mir endlich nochmal eine Rezension :)
Die Rezension habe ich heute mal etwas anders aufgebaut als ich das sonst mache, aber ich fand, dass mein typischer "Inhalt" und  "Meine Meinung" diesmal einfach nicht richtig gepasst hat.
Also los gehts:


The Word for World is Forest - Ursula K. LeGuin

Als ich angefangen habe, dieses Buch zu lesen, wusste ich nicht viel mehr darüber als der Klappentext mir gegeben hatte. Deshalb dachte ich, es sei eben ein Buch über einen fremden Planeten, auf dem Menschen zusammen mit den "Aliens" leben, deren Heimat der Planet ist. Außerdem, gab es im Klappentext eine Andeutung darauf, dass die Aliens eine sehr friedliche Rasse seien, welche die Menschen als grausame Unterdrücker ansahen. Klang meiner Meinung nach sehr gut und ich war gespannt zu sehen wie sich die Geschichte entwickelt. 

So viel sei schonmal gesagt: Das Buch war wirklich unglaublich!

Mit der Einschätzung des Themas, lag ich gar nicht mal so falsch. Es geht um die beiden Rassen die zusammen auf einem für uns Menschen neuen Planeten leben. Genauer gesagt, haben die Menschen in diesem Buch den Planeten eher besetzt, als ihn nur zu besuchen. Das Buch spielt in einer Zeit in der es auf der Erde keine Bäume oder Holz irgendeiner Art mehr gibt. Deshalb haben die Menschen sich, auf der Suche nach Ersatz auf den Weg zu anderen Planeten gemacht. Auf diesem Planeten, den die Menschen Athshe nennen, wurden zu diesem Zweck militärische Abholzcamps aufgebaut. In diesen Camps soll Holz produziert werden, welches dann zur Erde transportiert wird. 


Allerdings ist nicht alles so idyllisch wie es jetzt klingen mag. Denn die Menschen, welche auf Athshe leben, nehmen keine Rücksicht auf die Regeln dieser Welt. Sie sehen die Bewohner des Planeten, die Athsheans nur als seltsam und fremd an und denken man kann mit ihnen umgehen wie man will. Die Athsheans sind klein, haben grünes Fell, welches ihren gesamten Körper bedeckt und sprechen nicht unsere Sprache sondern kommunizieren durch Laute, welche für die Menschen klingen wie Tierlaute. Deshalb behandeln die Menschen in den Abholzcamps sie nicht gleichberechtigt sonden eher wie Sklaven und Tier. 


Die Athsheans hingegen, sind sehr klug. Sie haben eine ausgeklügelte soziale Struktur in der der sie leben und für sie, ist der Wald der Mittelpunkt ihres seins. Sie unterteilen sich anstatt in Familiennamen, zum Beispiel in Gruppen von Bäumen, zu denen ihr "Clan" gehört. Somit ist es für die Athsheans unglaublich schrecklich und unverständlich, dass die Menschen oder "Yumens" wie sie sie nennen, einfach so ihren Wald abholzen und nur Wüsten zurücklassen. Außerdem sind sie eine sehr respektvolle und friedliche Rasse und können die Menschen, welche sie versklaven, auf sie eintreten und sie in enge Räume zusammen pferchen, nur als unglaublich grausam ansehen. 

Verständlicherweise kann dieses Zusammenleben so nicht weiter funktionierten. Aber die Menschen bemerken nicht was sie falsch machen und die Athsheans sind eine friedliche Rasse .... oder? 


Das Buch wird aus drei Perspektiven erzählt: Davidson, ist einer der Leiter der Abholzcamps und repräsentiert somit die Meinung eines Teils der Menscheit. Lyubov, er ist ebenfalls ein Mensch, aber ein Akademier der nach Athshe geschickt wurde um die Kultur der Einheimischen zu erforschen. Deshalb versteht er die Gefühle und Handlungen der Athsheans besser als die meisten Menschen und repräsentiert eine völlig andere Anschauung als Davidson. Und drittens Selver, er ist ein Athshe und außerdem ein Freund von Lyubov, denn gemeinsam arbeiten sie daran, dass Lyubov die Athsheans und Selver die Menschen besser verstehen lernt. Er repräsentiert die Seite der Einheimischen. 


Diese Einteilung in verschiedene Perspektiven war es, die mir am besten gefallen hat. Denn so hat man nicht von Anfang an eine Seite gewählt die man für richtig hält sondern war immer auf einer mehr oder weniger neutralen Ebene. Denn die einzelnen Perspektiven unterscheiden sich so stark und sind so gut geschrieben, dass man wenn man Davidsons Teil liest oft wirklich negativ von den Athsheans denkt und wenn man dann kurz darauf Selvers Teil liest, sieht man Davidson als wahres Monster an. 

Meiner Meinung nach hat das dem Buch sehr viel mehr Ausdruck verliehen, weshalb es mir seit ich es beendet habe nicht richtig aus dem Kopf geht. Man wird sehr zum Nachdenken angeregt, da einem nicht alles auf einem Silbertablett vorgelegt wird. 

Ein weiterer sehr interssanter Aspekt der zum Nachdenken anregt ist, wie die Menschen die nach Athshe kommen sich benehmen. Denn sie zeigen typische Zeichen einer Kolonialmacht und sind sich dessen auch bewusst, tun es aber dennoch. Ich fand es sehr interessant zu sehen wie die Menschen in Athshe das selbe Verhalten zeigen, wie die Kolonialmächte zum Beispiel in Afrika gezeigt haben. Das ganze hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, vor allem darüber, ob wir uns wirklich so benehmen würden und ich denke, dass die Antwort leider 'Ja' ist... 


Alles in allem kann ich dieses Buch also wirklich empfehlen. Die Handlung die ich bisher erklärt habe ist wirklich nur ein Ausgangspunkt und es passiert so viel mehr. Die Menschen und Athsheans geraten aneinander und es wird zeitweise recht brutal und grausam. Das ganze wird ziemlich grafisch erklärt, was vermutlich nicht für jeden was ist, aber wirklich nochmal die ganze Stimmung und die Idee besser rüber bringt. 


Das ganze bekommt von mir definitiv 5 von 5 Punkten, denn es hat mich so sehr zum nachdenken angeregt und die Idee und die Umsetzung haben mir wirklich gut gefallen :) 

1 Kommentar:

  1. Wow, das Buch klingt wirklich spannend und nach einer tollen Botschaft. Leider ist die Vorstellung gar nicht so unwahrscheinlich, dass die Menschen irgendwann mal die ganze Erde abgeholzt haben werden.
    Es wandert auf jeden Fall gleich mal auf meine Wunschliste, auch wenn es noch Jahre dauern kann, bis ich die mal abarbeite :D.

    Liebe Grüße :)

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